Das Lesen feiern

… ist das Motto des Welttags des Buches. Nun ist das mit dem Feiern aktuell so eine Sache, allerdings gibt es ja  verschiedene Möglichkeiten Bücher und Lesen auch ohne Party hochleben zu lassen.


„Abenteuer in der Megaworld“ lautet der diesjährige Titel der Aktion „Ich schenk dir eine Geschichte“. Nur irgendwie ist es im Moment ein wenig unpraktisch, dass Freizeitparks und damit auch die fiktive Megaworld in der Geschichte von Sven Gerhardt gerade geschlossen haben. Immerhin dürfen die Buchhandlungen seit Montag wieder öffnen, sodass man mit genügend Abstand und, wenn man am besten mit EC-Karte zahlt, wieder nach neuem Lesestoff stöbern darf.

Die Aktion, bei der alle Viertklässler der teilnehmenden Schulen einen Gutschein für „Abenteuer in der Megaworld“ erhalten, den sie in einer Buchhandlung einlösen können, wird allerdings verschoben. Eine Verschiebung auf die Zeit nach den Sommerferien ist momentan die einzig realistische Option, „Ich schenk dir eine Geschichte“ noch in diesem Jahr stattfinden zu lassen.
Der Weltkindertag am 20. September eignet sich (fast) genauso gut, um Kindern Lust auf das Lesen zu machen. Damit die jetzigen Viertklässler auch noch erreicht werden, bevor sie die Grundschule verlassen, werden die Gutscheine noch vor den Sommerferien versendet. So können die Schüler ihre Bücher auch schon vor dem 20. September bekommen. Der neue Aktionszeitraum gilt vom 1. September bis 30. Oktober. Auch die geplanten Aktionen der Partner werden erst dann stattfinden. Buchhandlungen sollen dabei viel Platz und Zeit für individuelle Gestaltungsmöglichkeiten bei der Buch-Übergabe erhalten.

Der Welttag des Buches wird in diesem Jahr bereits ein Vierteljahrhundert alt. 1995 feierte die UNESCO den ersten Welttag des Buches und des Urheberrechts. Ein Jahr feierte man dann auch in Deutschland mit. In Anbetracht der aktuellen Situation ist es vielleicht gar nicht so schlecht, dass wir den Welttag des Buches erst im nächsten Jahr zur „Alten Schachtel bzw. „Alten Socke“ erklären, dann können wir den Geburtstag auch angemessen feiern.
Dass der Tag auf den den 23. April fällt, haben William Shakespeare und Miguel de Cervantes zu verantworten. Shakespeare soll am 23. April 1564 geboren und am gleichen Tag 1616 gestorben sein, auch der Autor von Don Quijote, Miguel de Cervantes Saavedra (1547-1616) ist an desem Datum verstorben. Außerdem fällt der spanische Georgstag ebenfalls auf den 23. April und in der Region Katalanien schenkt man sich anlässlich des Feiertages traditionell Bücher und Blumen.

Aber auch, wenn die eigentlich geplanten Aktionen nicht stattfinden, kann man den Welttag des Buches ja trotzdem feiern. Denn Lesen kann man ebenso gut zuhause. Oder man verschenkt, gemäß der katalanischen Tradition ein Buch, wie es „Jetzt ein Buch“ vorschlägt. Geschenke kann man schließlich auch kontaktlos oder mit genug Abstand überreichen.
Auch die Aktion #wildesBuch, bei der Bücher an ungewöhnliche Orte gebracht werden, damit jemand sie finden kann, ist kontaktlos möglich.

Eine ganz andere Aktion ist #zweiterfrühling vom Netzwerk literaturhaus.net. Dabei sind alle eingeladen, die sich in jedweder Form um die Vermittlung von Literatur verdient machen, Büchern einen Zweiten Frühling zu schenken. „Wir rufen alle Buchhändlerinnen und Buchhändler, alle Festivals und Veranstalter, alle Feuilletons und Messen, alle Blogger und Influencer auf, Bücher aus dem Zeitraum Februar bis Juli 2020 bis einschließlich Sommer 2021 in ihre Programme aufzunehmen und in ihre Schaufenster zu stellen. Ob Buchpremiere oder Signierstunde, ob Lesung, Diskussion oder Talkshow, ob Rezension oder Buchtipp, gemeinsam wollen wir demonstrieren: Wir vermitteln keine Saisonware, sondern Themen, Geschichten und Fragen. Die Aktion Zweiter Frühling hilft einfach. Und es hilft allen. Vor allem den Autorinnen und Autoren“, heißt es seitens des Netzwerks, dem 14 Literaturhäuser in Deutschland, Österreich und der Schweiz angehören. Mit verschiedenen Partnern werden dort internationale Projekte wie Länderschwerpunkte, bilaterale Stadtschreiberprojekte, Plakataktionen und der Preis der Literaturhäuser initiiert.

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