Ein goldener Faden, gesponnen aus Heldenmut

„Die Götter von Asgard“ ist der beste Beweis dafür, dass man auf Buchmessen die besten Entdeckungen macht. Bevor ich und eine Freundin nämlich spontan beschlossen haben, uns zum Messeabschluss 2018 noch eine Lesung über nordische Götter zu gönnen, kannten wir weder das Buch, noch die Autorin Liza Grimm. Allerdings sorgen die sozialen Medien mittlerweile zum Glück dafür, dass man Bücher und Autorinnen und Autoren nicht so schnell aus dem Blick verliert und so hatte ich vor kurzem die Gelegenheit in einer Leserunde mit Liza Grimm meine Erinnerungen an „Die Götter von Asgard“ wieder aufzufrischen.


Liza Grimm – Die Götter von Asgard
Ray hat erneut eine Studienprüfung vermasselt und hält sich für eine komplette Versagerin. Als sie die Walküre Kára trifft, folgt sie ihr, ohne groß nachzudenken, nach Berlin. Als Kára ihr von einer Prophezeiung über das mögliche Ende Asgards erzählt und ihr erklärt, sie vor dem Zorn der Götter schützen zu wollen, glaubt Ray ihr natürlich kein Wort. Dann begegnet Ray allerdings dem Gott Tyr, der von Odin gesandt wurde, um zu verhindern, dass die Prophezeiung wahr wird. Und auch Loki kann es nicht lassen, seine eigenen Fäden zu spinnen. Nicht die besten Voraussetzungen für Ray, die nun fest entschlossen ist, zu beweisen, dass sie das Zeug zur Heldin hat.

Ein goldener Faden im Webstuhl der Nornen ist ein sicheres Zeichen für die Ankunft eines Helden und könnte das Ende der bekannten Götterwelt bedeuten. Aber bedeutet das auch gleichzeitig ein Ende der Götter? Mit „Die Götter von Asgard“ geht Liza Grimm der Prophezeiung auf den Grund und schickt Protagonistin Ray durch ein Abenteuer, indem zahlreiche Erzählungen aus der nordischen Mythologie aufgegriffen werden. So spannend und teilweise schaurig die Wesen aus den Sagen auch sind, so entmystifiziert sind die Götter. Innerhalb der Geschichte wird mehrfach deutlich, dass es sich Odin und Co. in Walhalla ziemlich bequem gemacht haben und das ihnen eigentlich jedes Mittel recht ist, um dieses bequeme Leben nicht aufgeben zu müssen.

Ray, die zu Beginn der Geschichte voller Selbstzweifel ist, entwickelt sich im Laufe der Handlung und gewinnt einiges an Selbstbewusstsein. Immer wieder muss sie sich auf dem Weg zur Erfüllung ihrer Aufgabe beweisen, um am Ende auch wirklich die für die Götter unbequeme Heldin zu werden. Dabei wächst sie dermaßen über sich hinaus, dass sie in ihren Ansichten den Göttern schließlich sogar überlegen ist. Ein anderer unbequemer Faktor ist Loki. Sowohl für Ray als auch für die Götter. Immer wieder mischt er sich ein und macht sich einen Spaß draus, sein ganz eigenes Spiel zu spielen. Das alles verpackt Liza Grimm in einen leichten Erzählton, der die klassische Heldenreise zu einem modernen Märchen macht, bei dem Gut und Böse nicht immer ganz so leicht auseinanderzuhalten sind.

Liza Grimm: Die Götter von Asgard, 2018, 304 Seiten, Knaur Verlag
ISBN 978-3-426-52252-3 (Buch)
12,99 Euro

ISBN 978-3-426-45168-7 (e-Book)
9,99 Euro

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