Manchmal hat auch das Universum einen schweren Job

Ende November schrieb mich Julie Meyers auf Instagram an und erzählte mir von ihrem frisch geschlüpften Buchbaby, dass es passenderweise für 24 Stunden kostenfrei bei dem Internetwarenhaus mit A als eBook gab. Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, der mir gefiel, wanderte das Buch also in meine Kindle LeseApp und blieb da erstmal… Bis jetzt.


Julie Meyers – An rosa Elefanten soll man nicht denken
Mit rosa Elefanten ist das so eine Sache. Sobald man nicht an sie denken soll, gehen sie einem nicht mehr aus dem Kopf. Leonie sucht deshalb auch nicht verzweifelt nach einer neuen Wohnung und schon gar nicht nach einer neuen Liebe. Ihr Job bei einer Technikfirma trägt allerdings auch nicht gerade zu einem glücklichen Leben bei. Also schickt sie Wünsche an das Universum und ehe sie sich versieht, läuft einiges durcheinander.

„An rosa Elefanten soll man nicht denken“ lässt eigentlich nichts aus. In gewisser Weise Schuld daran ist Protagonistin Leonie, die in ihrem Job nicht glücklich ist, dann auch noch ihren Freund in flagranti erwischt, zu ihrer besten Freundin zieht, die sich natürlich nur bio und vegan ernährt, und es dann auch noch schafft, unschuldig in kriminelle Machenschaften verwickelt zu werden. Zwischen all dem möchte man Leonie zwischendurch gerne sagen, dass sie nicht auf eine Beziehung angewiesen ist, weil sie sich nur durch sich selbst definiert und dass sie bitte ihre Erwartungen an den Wohnungsmarkt ein wenig herunterschrauben soll. Trotzdem schmeißt man die Geschichte nicht in die Ecke, denn Julie Meyers Erzählton lässt an manchen Stellen durchblicken, dass sie ihre Protagonistin gerade nicht ganz ernst nimmt.

Aufgrund der Art und Weise, wie erzählt wird, lässt sich die Geschichte deshalb auch nicht nur als Liebesgeschichte einordnen, selbst wenn es natürlich ein Thema ist, dass der Topf auch einen Deckel findet. Allerdings hat die Handlung auch einige lustige Momente zu bieten, für die so wahrscheinlich nur Protagonistin Leonie sorgen kann. Manchmal erinnert ihre Lebensodyssee an jemanden, der ausrutscht, sich dabei an einem Regal festhalten will und alles mitnimmt, was darin oder darauf stand. Leonie lässt weder Klischees noch Fettnäpfchen noch Dramatik aus und wirkt dabei trotzdem unglaublich sympathisch. Allerdings trägt auch Julie Meyers Schreibstil, der zwischen kitschig-romantisch, humorvoll und ernsthaft wandelt, dazu bei, dass die Geschichte nicht überdreht wirkt. Selbst, wenn die Protagonistin manchmal hollywoodreif durch ihr Leben stolpert.

Julie Meyers: An rosa Elefanten soll man nicht denken, 2019, 389 Seiten, Kindle Edition
ASIN B081XF1127 (eBook)
2,99 Euro

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