Es wird eng im Kalender – November

Mit dem NaNoWriMo (National Novel Writing Month) steht der November bereits ganz im Zeichen der Literatur. Trotzdem gibt es zusätzlich noch fünf Feiertage rund ums Buch. Theoretisch also alle sechs Tage einer. Praktisch fallen aber alle in die erste Hälfte des Monats und enden genau in der Mitte mit gleich zwei Buchfeiertagen.


1. November
Tag der Schriftsteller (National Authors Day)
Der November ist mittlerweile auch unter seinem Zweitnamen NaNoWriMo bekannt. Was passt da besser als den ersten Tag dieses Monats mit dem Tag der Schriftsteller zu beginnen?
Als die Lehrerin und Vorsitzende des Bement, Illinois Women’s Club, Nellie Verne Burt McPherson (1881 – 1968) während des ersten Weltkriegs im Krankenhaus lag, las sie „Eben Holden’s Last Day A’ Fishin“ von Irving Bacheller (1859 – 1950). Um sich für die Geschichte zu bedanken, schrieb sie einen Brief an den Autor und Journalisten, woraufhin dieser sich mit einer signierten Ausgabe eines seiner anderen Werke revanchierte. Um ihre Freude und ihre Wertschätzung gegenüber dem Geschenk deutlich zu machen, schlug sie 1928 der General Federation of Women’s Clubs vor, einen Tag im Jahr den Schriftstellern zu widmen. Kurz darauf wurde der 1. November dann zum National Authors Day erklärt. Zur Volljährigkeit des Feiertags, also nach 21 Jahren, wie es in den USA üblich ist, erklärte das Handelsministerium der Vereinigten Staaten 1949 den Tag offiziell zu einem nichtstaatlichen, landesweiten Feiertag.
Als McPherson 1968 starb, übernahm ihre Enkelin Sue Cole das Engagement für den amerikanischen Tag der Schriftsteller und rief zum Beispiel dazu auf, den 1. November dazu zu nutzen, der jeweiligen Lieblingsautorin oder dem Lieblingsautor einen Dankesbrief zu schreiben. Auch die Idee, die Nationalflagge zu Ehren der Frauen und Männer zu hissen, die die amerikanische Literatur geprägt haben, geht auf sie zurück1.

8. November
Internationaler Tag der Putzfrau
Was hat eine Putzfrau mit Büchern zu tun? Außer vielleicht dem Abstauben der Regale. Tatsächlich wurde der Tag der Putzfrau von einer Autorin ins Leben gerufen. Die Krimiautorin Gesine Schulz hat den Weltputzfrauentag zum ersten Mal 2004 initiiert. Und das hat einen ganz einfachen literarischen Grund. Die Protagonistin und Privatdetektivin Karo Rutkowsky, die in den sogenannten Karo-Krimis der Autorin ermittelt, ist als Putzfrau tätig. Wenig überraschend hat Karo Rutkowsky am 8. November Geburtstag2.
Mit dem Tag der Putzfrau soll auf die Arbeit des Reinigungspersonals weltweit hingewiesen werden. Dabei sind keinesfalls nur weibliche Reinigungskräfte gemeint, sondern alle Menschen, die bei Reinigungsfirmen tätig sind. Mit dem Tag soll auch für bessere Arbeitsbedingungen und ein besseres Ansehen geworben werden. Nach dem Motto „Eine Rose für die Putzfrau – eine reinweiße natürlich …“ überreichen viele Firmen ihrem Reinigungspersonal jeweils eine weiße Rose und zeigen so Anerkennung und Dank für die tagtäglich geleistete Arbeit3.
Und um nochmal auf die Bücher zurückzukommen: Vielleicht nutzt man den Tag ja auch, um selbst aktiv zu werden und seine Regale abzustauben.

12. November
Hühnersuppe-für-die-Seele-Tag (National Chicken Soup for the Soul Day)
Noch so ein Feiertag, der auf den ersten Blick nichts mit Büchern zu tun. Und ein Feiertag im eigentlichen Sinne ist der „National Chicken Soup for the Soul Day“ auch gar nicht, sondern geht auf eine Marketingaktion des US-amerikanischen Verlags Chicken Soup for the Soul zurück, der damit seine gleichnamige Buchreihe bewirbt.
Bei den Büchern handelt es übrigens nicht um Kochbücher oder Rezeptsammlungen, sondern um wahre Geschichten, die den beiden Verlagsgründern und Motivationstrainern Jack Canfield und Mark Victor Hansen erzählt wurden. Das erste Buch erschien 1993 und seitdem existiert auch der Feiertag4. Über das genaue Erscheinungsdatum des Erstlings lassen sich zwar keine Angaben finden, aber da der 12. November 1993 ein Freitag war, liegt es nahe zu vermuten, dass das Buch an diesem Tag erschien ist.

15. November
Ich-liebe-es-zu-schreiben-Tag (I love to write day)
Wer beim NaNoWriMo mitmacht, tut das nicht, weil er schreiben blöd findet. Gut, der eine oder andere mag sich vielleicht jetzt schon wünschen, dass der Monat bald vorbei ist. Allerdings liegt das wahrscheinlich eher an der Wortzahl, als daran, dass man nicht gerne schreibt. Genau auf die Halbzeit fällt der Ich-liebe-es zu-schreiben-Tag, der vielleicht ein wenig motiviert, die zweite Hälfte auch noch durchzuhalten. Und vielleicht ist das auch die Motivation des US-amerikanischen Schriftstellers John Riddle gewesen, als er 2002 den Tag ins Leben rief (zum Vergleich: den NaNoWriMo gibt es seit 1999). Allerdings liebt John Riddle das Schreiben tatsächlich sehr, wie zahlreiche Artikel für Tageszeitungen und Magazine sowie 34 eigene Bücher beweisen5.
„My goal for “I Love To Write Day” is to have people of all ages spend time writing6“, sagt der Autor.
Dabei ist es unerheblich ob man an einem Roman, einer Kurzgeschichte, einem Essay oder ob man einen Brief oder eine Postkarte schreibt. Insofern: An die Stifte, fertig, los.

dritter Freitag im November:
Bundesweiter Vorlesetag
Das war schön früher: Sich an die Eltern ankuscheln und aus dem Lieblingsbuch vorgelesen bekommen. Dabei gilt der alte Satz: Leser wird man durchs (vor-)lesen. Allerdings wird in etwa jeder dritten Familie in Deutschland zu selten oder nie vorgelesen. Aus diesem Grund gibt es seit 2004 den Bundesweiten Vorlesetag, mit dem auf die Bedeutung des Vorlesens aufmerksam gemacht wird.
Jährlich durchgeführte Vorlesestudien zeigen, dass Vorlesen einen sehr positiven Einfluss auf die Entwicklung von Kindern hat. Kindern, denen regelmäßig vorgelesen wird, haben einen größeren Wortschatz als Gleichaltrige ohne Vorleseerfahrung, erreichen im Schnitt bessere Noten in der Schule und haben später auch selbst mehr Spaß am Selbstlesen und im Umgang mit Texten.
Die gemeinsame Initiative von DIE ZEIT, Stiftung Lesen und Deutsche Bahn Stiftung setzt jedes Jahr am dritten Freitag im November ein öffentliches Zeichen für die Bedeutung des Vorlesens.
Dabei beschränkt sich das Vorlesen schon lange nicht mehr nur auf Kinder. Auch in Alten- und Pflegeheimen freuen sich die Bewohner darüber zusammenzukommen und eine Geschichte zu hören. Denn gemeinsam eine Geschichte zu hören ist nicht nur eine uralte Tradition, sondern auch vollkommen altersunabhängig.
Am ersten Vorlesetag 2004 nahmen gerade einmal 1.900 Menschen teil. Mittlerweile ist die Zahl der Teilnehmenden auf über 680.000 gewachsen, die in ganz Deutschland vorlesen und zuhören.
Mitmachen kann dabei jeder, der Spaß am Vorlesen hat. Man muss keine besondere Aktion starten, sondern kann ganz gemütlich zu Hause vorlesen. Jedes Jahr steht der Vorlesetag dabei unter einem besonderen Motto. 2018 lag der Fokus auf „Natur und Umwelt“, 2019 hat das Thema „Sport und Bewegung“. Auf der Webseite des Bundesweiten Vorlesetags gibt es Infos rund um die verschiedenen Aktionen sowie Tipps und Vorleseempfehlungen.

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