Über den Wolken

… muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Ich liebe Luftschiffe. Seit „Der Sternwanderer“ (Buch und Film) und spätestens seit der 2011er Verfilmung von „Die drei Musketiere“ sind Luftschiffe mein Steampunkhighlight. Gut, Pilotenbrillen und mit Zahnrädern verzierte Zylinder sind auch nicht zu verachten. Als ich das erste Mal von „Aeronautica – Logbuch der Lüfte“ gehört habe, war mir deshalb ziemlich schnell klar, dass ich dieses Buch unbedingt lesen möchte.


Grit Richter, Jenny Wood [Hrsg.] – Aeronautica: Logbuch der Lüfte
Sie sind (nahezu) furchtlos, abenteuerlustig und vom Entdeckergeist getrieben. Wie sonst lässt es sich erklären, dass sich die Charaktere in den zwölf Geschichten so bereitwillig daran machen, Grenzen zu überschreiten? Ob es mit dem Zeppelin, dem Heißluftballon, dampfbetriebenen Maschinerien oder tatsächlich einem Luftschiff ist – der Himmel wird in jeder Geschichte erobert. Mit neuen Möglichkeiten ergeben sich aber auch neue Herausforderungen und Abenteuer lassen auf ganz andere Weise angehen. Zwölf Autorinnen und Autoren sorgen für Reisen in fremde Welten und erzählen davon, was sich in den Lüften neben Piratenangriffen, Expeditionen und fantastischen Ereignissen so alles abspielt.

Wer zur See fährt, muss ein gewisses Maß an Unerschrockenheit mitbringen. Wer mit einem Luftschiff den Himmel erobert, muss dann wohl erst recht unerschrocken sein. So wie Leutnant Nilsen, der in „Am Ende der Welt“ von Manuel Otto Bendrin sein Leben gibt, um eine Katatstrophe zu verhindern oder Kapitän Ramirez, der nicht müde wird in „Der letzte Flug der Aristoteles“ von Yann Krehl nach dem Wrack des Schiffes zu suchen. Andere wiederum haben nicht nur eine große Liebe zur Luftschifffahrt, sondern auch eine ganz besondere Beziehung zu ihrem Luftschiff. Für Lena Richters Heldin Xhemin ist es unvorstellbar, ihr Schiff aufzugeben. Zusätzlich lassen die Geschichten Raum für phantastische und magische Wesen und nicht immer sind die Helden menschlich.

„Aeronautica“ trägt den Untertitel „Logbuch der Lüfte“ und wird somit zu einer Chronik der Luftschifffahrt. Neben den fast unendlichen Möglichkeiten, die Steampunk als Genre bietet, fällt vor allem die Diversität in den Geschichten positiv auf. Menschen unterschiedlichster Nationalität und Hautfarben arbeiten an Bord Hand in Hand zusammen. In anderen Geschichten sind es Menschen mit körperlichen Einschränkungen, die auf die Technik des Genres angewiesen sind und innerhalb der Handlung ihre vermeintliche Schwäche zu einer Stärke ummünzen können. Und mitten in der Luft lässt eine junge Frau sich doch noch überzeugen, ihre Partnerin zu heiraten. Hautfarbe, Behinderungen und Homosexualität sind in den, in „Aeronautica“ versammelten, Geschichten ganz selbstverständlich Teil der Handlung und werden nur so weit erwähnt, wie es für die Handlung relevant ist. Diversität passiert eben einfach. Die Geschichten sind alle unabhängig voneinander zu lesen, ergeben aber im Rahmen der Veröffentlichung ein vielseitiges und vielfältiges Bild nicht nur der Welt der Lüfte sondern auch des Genres insgesamt.

Grit Richter, Jenny Wood [Hrsg.]: Aeronautica – Logbuch der Lüfte, 2019, 232 Seiten, Art Skript Phantastik Verlag
ISBN: 978-3-945045-33-6 (Paperback)
13,80 Euro

ISBN: 978-3-945045-34-3 (eBook)
3,99 Euro

Das Buch wurde mir vom Art Skript Phantastik Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

3 Gedanken zu “Über den Wolken

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