Als Held wird man nicht geboren. Als Held stirbt man.

„Die Helden von Midgard“ ist also das erste Buch, dass ich dieses Jahr in einem Rutsch durchgelesen habe. Und noch bevor ich überhaupt zur Rezension komme, sagt das schon einiges über die Geschichte aus. Beim Lesen bin ich nicht drum hingekommen, mir mal wieder die Frage zu stellen, was einen Helden ausmacht und tatsächlich scheint das Zitat in der Überschrift zu stimmen. In der nordischen Mythologie wird ein Held erst zum Helden, wenn er ehrenhaft und eben heldenhaft stirbt und dann von den Walküren nach Walhalla geleitet wird, wo ihn an der Tafel von Odin ein rauschendes Festgelage erwartet. Superhelden im Comic sterben zwar nicht, bevor sie zu Helden erklärt werden, müssen aber meistens irgendetwas aufgeben, um als Helden agieren zu können. Aber vielleicht sollte ich mich mit Helden in einem gesonderten Beitrag beschäftigen…


Liza Grimm – Die Helden von Midgard
Ein goldener Faden ist im Schicksalsteppich der Nornen aufgetaucht, ein sicherer Hinweis auf einen neuen Helden. Alle Zeichen scheinen auf Erik, einen jungen Mann, hinzuweisen. Als die Walküre Kára und der Gott Tyr Erik dabei helfen wollen, sein Heldenschicksal zu erfüllen, damit er nach Walhalla gelangen kann, kann Loki nicht anders als auch mitzumischen. Allerdings ist Kára, die sich mittlerweile in Erik verliebt hat, wild entschlossen, den jungen Mann nach Walhalla zu bringen, um für immer mit ihm zusammen sein zu können.

In „Die Helden von Midgard“ von Liza Grimm geht es einerseits natürlich um die Göttersagen und darum, dass Loki viel zu gerne in den Plänen anderer herumpfuscht. Andererseits handelt der Roman aber auch von Wünschen, Sehnsüchten, Liebe und Schicksal. Im Laufe der Geschichte muss Kára erfahren, dass man zwar in das Schicksal eingreifen, es aber nicht ändern kann. Zusätzlich wirft die Geschichte Fragen auf, die nicht nur Kára zum Nachdenken bringen, sondern auch den Leser gerichtet sind. Ist ein (nahezu) unsterbliches Leben tatsächlich lebenswert? Und sind die Helden, die in Walhalla ein niemals endendes Festgelage feiern, wirklich alle so glücklich?

Liza Grimm schafft mit der Vorgeschichte zu „Die Götter von Asgard“ eine Erzählung, die sich leicht weglesen lässt und trotzdem ein paar Fragen aufwirft. Wie auch in „Die Götter von Asgard“ geht es um einen menschlichen Helden und Kára, Tyr und Loki, die man bereits kennt, spielen auch hier wieder eine wichtige Rolle. Allerdings ist die Situation eine völlig andere. Einige Vermutungen, die sich beim Lesen an dem einen oder anderen Punkt einschleichen, bestätigen sich am Ende nicht, was die Geschichte einigermaßen unvorhersehbar macht. Zum Ende hin hatte ich allerdings den Eindruck, dass eine Figur zu einer Art Bauernopfer wurde, was jedoch letztendlich wieder in die Gesamthandlung passte, mir aber nicht wie die beste Lösung der Situation erschien. Die Freude an der Geschichte hat mir das aber trotzdem nicht verdorben. „Die Helden von Midgard“ spielt zwar vor „Die Götter von Asgard“, beide Bücher können aber unabhängig voneinander gelesen werden.

Liza Grimm: Die Helden von Midgard, 2019, 304 Seiten. Knaur Taschenbuch
ISBN 978-3-426-52371-1
12,99 Euro

Das Buch wurde mir von Droemer-Knaur zur Verfügung gesellt. Vielen Dank dafür!

 

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