Eine Katze mit neun Leben

Mein erstes Buch dieses Jahr ist „Catwoman – Soulstealer“ von Sarah J. Maas geworden. Da ich den ersten Band der DC Icons Reihe „Wonderwoman – Kriegerin der Amazonen“ von Leigh Bardugo schon kannte, bin ich mit gewissen Erwartungen an das Buch gegangen, was vielleicht nicht so eine gute Idee war. Auch wenn Catwoman und Wonderwoman zu den Helden im DC Universum gehören, sind die beiden völlig grundverschieden. Was mich trotzdem nicht davon abgehalten hat, zwangsläufig ein paar Vergleiche anzustellen und dazu geführt hat, dass ich ein bisschen gebraucht habe, um mich auf Catwoman einzulassen. Nichtsdestotrotz finde ich die Geschichte sehr gut bereue es kein Stück, mein Lesejahr damit angefangen zu haben.


Sarah J. Maas – Catwoman
Selina Kyle ist eine Kämpferin. Sowohl im Boxring als auch im Alltag. Ihre siebenundzwanzig tätowierten Leopardenflecken sind ein stiller Zeuge davon. Einer für jeden Sieg. Nach zweijähriger Abwesenheit kehrt sie in ihre Heimatstadt Gotham City zurück und bringt tagsüber die feine Gesellschaft als Partygirl Holly durcheinander. Nachts dagegen sind weder Schmuck noch Gemälde vor Catwoman sicher. Allerdings locken streunende Katzen auch unweigerlich Fänger an.

„Catwoman – Diebin von Gotham City“ oder auch „Catwoman – Soulstealer“, wie die Geschichte im englischen Original heißt, behandelt Themen wie Gerechtigkeit, Loyalität und Freundschaft. Selina Kyle steht als Diebin eigentlich auf der Seite der Antihelden und Schurken, allerdings hebt sie sich durch ihre moralischen Werte und die Hintergründe ihres Handelns deutlich von diesen ab. Auch, wenn sie nicht den Weg der Rechtschaffenheit wählt, vertritt sie die Seite der Gerechtigkeit. Als Leser ist man Selina in bestimmten Erkenntnissen ein Stück voraus, was der Spannung allerdings keinen Abbruch tut. Auch und vor allem deshalb nicht, weil die Charaktere nicht vorhersehbar agieren. Während Sarah J. Maas für ihren Umgang mit LGBTQ+ Charakteren in „Das Reich der sieben Höfe“ stark kritisiert worden ist, gefällt mir der Umgang damit in „Catwoman“ sehr gut, da es eher beiläufig und damit als selbstverständlich behandelt wird.

Sarah J. Maas schreibt auch in „Catwoman“ fesselnd wie immer, was die Geschichte für mich stellenweise gerettet hat. Während des Lesens habe ich die Geschichte in drei Abschnitte eingeteilt: den Anfang, einen Mittelteil, der etwa bis zur Hälfte ging und die Auflösung der Ereignisse. Mit dem Mittelteil habe ich mich etwas schwergetan, weil Selina auf mich stellenweise sogar etwas unsympathisch wirkte. Allerdings wurde beim Weiterlesen deutlich, warum sie so handelt, wodurch ich mich wieder mit ihrem Charakter versöhnen konnte. Wenn man die anderen Werke von Sarah J. Maas kennt, dann fallen einem unweigerlich ein paar Parallelen auf, die aber weder vordergründig aufdringlich noch in irgendeiner Art und Weise störend sind. Der dritte Band in der DC Icons Reihe liest sich genauso spannend wie seine Vorgänger und lässt ein bisschen darauf hoffen, dass Wonderwoman, Batman, und Catwoman im vierten und letzten Band „Superman – Dawnbreaker“ auf Clark Kent treffen.

Sarah J. Maas: Catwoman – Diebin von Gotham City (Übersetzung von Michaela Link), 2018, 368 Seiten, dtv junior
ISBN 978-3-423-76227-4
18,95 Euro

Oder das, von mir gelesene, englische Original:
Sarah J. Maas: Catwoman – Soulstealer, 2018, 384 Seiten, Penguin Random House
ISBN 978-0-141-38689-8
10,30 Euro

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