Ein Jahr voller Bücher – Buchhighlights 2018

Das Jahr neigt sich so langsam dem Ende zu und da man am Ende eines Jahres traditionell zurückblickt, schließe ich mich der Mehrheit in diesem Fall mal an. Für jeden Monat habe ich mein Neuerscheinungshighlight nominiert. Ich gebe zu, ich habe bei ein paar Monaten ein bisschen geschummelt und zwei Bücher nominiert oder auch mal ein Buch berücksichtigt, dass schon länger erschienen war. Aber ich lese einfach zu viel und kann mich dann nicht entscheiden. Ihr kennt das wahrscheinlich.


Januar

J. Courtney Sullivan – All die Jahre
IMG_1635Eigentlich fängt alles damit an, dass Nora und ihre jüngere Schwester Theresa von Irland nach Amerika auswandern. Nora, um ihren Verlobten Charlie zu heiraten und Theresa, um eine Ausbildung als Lehrerin zu beginnen. Der Roman selbst beginnt allerdings 2009, als Noras ältester Sohn Patrick bei einem Autounfall stirbt. Der Verlust des Sohnes veranlasst Nora zurückzublicken, auf das, was ist und auf das, was war bzw. was hätte sein können.

 

Februar

IMG_1634-1Leigh Bardugo – Wonder Woman: Kriegerin der Amazonen
Amazonenprinzessin Diana lebt auf Themyscira, einem Ort mit ganz eigenen Regeln. In der Gemeinschaft der Amazonen sind keine Männer erlaubt und Fremde dürfen die Insel nicht betreten. Genau das passiert aber, als vor Themyscira ein Schiff sinkt und Diana die einzige Überlebende, Alia, aus dem Wasser zieht. Als nach und nach immer mehr Amazonen schwer erkranken, wird Diana klar, dass Alia die Insel so schnell wie möglich wieder verlassen muss. Das erweist sich allerdings als schwieriger als gedacht, denn Alia ist eine Kriegsbringerin und wird verfolgt …

 

März

Laetitia Colombani – Der Zopf
IMG_1646Ein Zopf braucht drei Stränge. Laetitia Colombanis Roman erzählt von drei Frauen, die allerdings unterschiedlicher nicht sein könnten. Zufall? Da ist Smita, die in Indien lebt und nicht einmal einer Kaste angehört, aber dafür kämpft ihrer Tochter ein besseres Leben zu ermöglichen. Giulia in Italien, die in der familieneigenen Perückenfabrik arbeitet und bis spät in die Nacht liest. Und schließlich Sarah in Kanada, die versucht Familie und Karriere unter einen Hut zu bringen. Drei Frauen, die auf den ersten Blick so gar nichts gemeinsam haben und die dennoch Teil ein und derselben Geschichte sind. Mehr noch, sie alle stehen vor einer Wende in ihrem Leben.

 

April

Mechthild Gläser – Emma, der Faun und das vergessene Buch
Liza Grimm – Die Götter von Asgard
IMG_1629Meine beiden Buchmessemitbringsel. Und die einzigen beiden Bücher in dieser Liste, zu denen ich keine Rezension geschrieben habe. Von „Emma, der Faun und das vergessene Buch“ hatte ich schon einige positive Kritiken gelesen und als es dann auf der Buchmesse in Leipzig im Regal bei den, für den Seraphen nominierten Büchern stand, konnte ich nicht einfach so vorbei gehen.
„Die Götter von Asgard“ war ein ziemlicher Spontankauf, nachdem mich die Autorin mit ihrer Lesung am Messesonntag überzeugt hatte. Die Geschichte um Ray und ihre Begegnungen mit der nordischen Götterwelt (allen voran Loki) hat mich live ziemlich begeistert und wenn man dann noch die Gelegenheit hat sich sein Buch gleich signieren zu lassen, kann man schlecht das Buch Buch sein lassen. Allerdings überzeugt die Geschichte auch beim Selberlesen.

 

Mai

Nina George – Die Schönheit der Nacht
DSCF6319Claire Costeau ist Mitte vierzig, steht mitten im Leben und ist Madame le Professeur für Verhaltensbiologie. Julie Beauchamp ist Anfang zwanzig, hätte gerne den Mut vor Publikum zu singen und arbeitet in einem Hotel, bis sie weiß welche Richtung ihr Leben nehmen soll. Beide Frauen sind auf der Suche. Nach Selbstverwirklichung und Freiheit. Als sie sich begegnen, löst das in Beiden die unterschiedlichsten Emotionen, Wünsche und Sehnsüchte aus.

Miriam Schäfer – Das Fehlen des Flüsterns im Wind … und andere phantastische Kurzgeschichten aus dem Halbdunkel
Wichtel, Geister, Engel, sie alle haben ihre eigene Geschichte. Mal ist ein kleines Mädchen, das sich mit ihrem Wunsch an eine Wichtelfrau wendet, mal sind es Geister, die keinen Frieden finden und mal ist es ein Engel, der gebeten wird, einen Wunsch zu erfüllen. Aber es gibt auch die anderen Geschichten, in denen der Schauer vorherrscht. Ein altes Bild, das nicht das ist, das es zu sein scheint, ein Geist, der nichts Gutes im Schilde führt.

 

Juni

Stephanie Garber – LegendaryDSCF6348 worked
Nur ein paar Tage, nachdem Donatellas Schwester Scarlett Caraval gewonnen hat, geht es für die beiden Schwestern und die Caraval Darsteller nach Valenda. Anlässlich des 75. Geburtstags von Kaiserin Elantine soll dort, in der Hauptstadt des Meridianreiches, die nächste Spielrunde Caraval stattfinden. Donatella und Scarlett beschließen erneut zu spielen. Allerdings muss Donatella schon nach kurzer Zeit feststellen, dass es um weit mehr geht als nur um das Spiel. Aber da fangen die Grenzen zwischen Illusion und Wirklichkeit bereits zu verschwimmen an.

 

Juli

C. E. Bernard – Palace-Saga
DSCF6542 bearbeitetOkay, das ist jetzt wirklich geschummelt, denn „Palace of Glass“ und „Palace of Silk“ sind schon im März und im Mai erschienen. Aber da der letzte Band „Palace of Fire“ im Juli herausgekommen ist, habe ich da jetzt mal großzügig drüber hinweggesehen. Die Reihe ist meine Überraschungsentdeckung des Jahres. Ehrlich gesagt, war ich erst ziemlich skeptisch, ob das nicht so eine „heile-Welt-Prinzessinnen-ich-will-ihn-ich-will-ihn-nicht“ Geschichte wird. Wurde es zum Glück nicht. Stattdessen hat die Geschichte nicht nur eine tiefgründige Handlung, sondern bringt auch einiges an politischem Ballast mit, wodurch sie noch viel spannender und interessanter wird.

Ali Benjamin – Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren
DSCF6461Eigentlich ist die Geschichte über Su, die den Tod ihrer Freundin Franny verarbeiten muss, ein Kinderbuch. Allerdings erzählt Ali Benjamin derart gefühlvoll und mit der unbestechlichen Logik eines Kindes über Trauerbewältigung, dass die Geschichte auch einen erwachsenen Leser nicht kalt lässt.
Franny ist tot. Ertrunken. Ihre Freundin Su kann das nicht begreifen, denn schließlich war Franny eine gute Schwimmerin. Und so beschließt Su herauszufinden, warum Franny ertrunken ist. Bis sie an einen Punkt kommt, an dem sie akzeptieren muss, dass manche Dinge einfach passieren.

 

August

Sofia Lundberg – Das rote Notizbuch
DSCF6603 hellEin Buch, das in wunderschöner Sprache zeigt wie wichtig Gesellschaft, Liebe und Mitgefühl sind. Die Frage, ob man im Leben genug liebt, zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Doris ist bereits 96 Jahre alt. Ein Alter, in dem man durchaus schon mal auf sein Leben zurückblickt. Um ihrer Großnichte Jenny etwas zu hinterlassen, wenn sie einmal nicht mehr ist, beginnt sie anhand ihres roten Adressbuchs ihre Erinnerungen niederzuschreiben. Das Adressbuch wird dabei zum Reiseführer durch Doris Vergangenheit und lässt sie erneut Bekanntschaft mit verschiedensten Menschen machen, die ein Stück ihres Lebenswegs mit ihr geteilt und ihr Leben auf die unterschiedlichste Art und Weise geprägt haben. „Das rote Adressbuch“ begleitet einen noch über das Lesen hinaus und regt dazu an, über Menschlichkeit und Mitgefühl nachzudenken. Eine berührende Geschichte über Erlebnisse, Bekanntschaften und darüber, was das Leben ausmacht.

 

September

Der Schummelseptember schlechthin. Ich konnte mich zwischen den drei Büchern „Das Gold der Krähen“, The Glass of Lead and Gold“ und „Der Fall von Gondolin“ nicht entscheiden, wobei das letztgenannte Buch streng genommen gar nicht wirklich neu ist.

Leigh Bardugo – Das Gold der Krähen
Kaz, Inej, Nina, Matthias, Jesper und Wylan sind nicht nur in das streng gesicherte Eistribunal eingebrochen, sondern haben auch noch ihren Auftrag dort erfüllt und sind lebend wieder entkommen. Viel Grund zur Freude haben sie aber trotzdem nicht, denn Inej ist bei ihrer Rückkehr nach Ketterdam gefangen genommen worden. Wie sich herausstellt, gehört die Geiselnahme zu einem Plan, um von den Krähen die Droge Jurda Parem zu erpressen. Kaz und seine Bande müssen mit allen Mitteln die Verbreitung des Jurda Parem verhindern. Andernfalls wären die Konsequenzen nicht nur für Grisha fatal. Leigh Bardugo passt ihren Schreibstil perfekt an ihren gerissenen Hauptcharakter an und gibt, wie bei einem guten Taschenspielertrick, immer nur so viel preis, wie nötig ist, um dem Leser das Gefühl zu geben, sich auf der richtigen Spur zu befinden, was für Spannung bis zum Schluss sorgt.

Cornelia Funke – The Glass of Lead and Gold
davEine neue Geschichte aus der Spiegelwelt und dann auch noch auf Englisch. „The Glass of Lead and Gold“ hat mich nicht nur gereizt, weil es von einer meiner Lieblingsautorinnen geschrieben wurde, sondern auch, weil ich neugierig war, wie sich Cornelia Funke auf Englisch liest. Protagonistin Tabetha sucht im Schlamm der Themse nach Gegenständen von Wert. Eines Tages spricht sie ein seltsam wirkender Mann an, der nach einer ganz speziellen Scherbe sucht. Eine Scherbe von dem Glas von Blei und Gold. Der Legende nach, kann das Glas nur an Weihnachten gefunden werden. So eine Besonderheit bei einem magischen Gegenstand bleibt natürlich nicht lange geheim und so gibt es mehrere, die das Glas gerne besitzen wollen. Aber erst einmal muss es überhaupt gefunden werden.

J.R.R. Tolkien – Der Fall von Gondolin
Lange bevor Bilbo den Einen Ring fand, noch lange bevor der Ring überhaupt geschmiedet wurde, stehen sich im Norden Mittelerdes Morgoth, der Ursprung allen Bösen und Ulmo, der Herr der Wasser, gegenüber. Im Mittelpunkt ihrer Rivalität steht die geheime elbische Stadt Gondolin, die Morgoth zerstören, Ulmo jedoch beschützen und erhalten möchte. Dazu wählt er den Menschen Tuor aus und führt in nach Gondolin, um dessen Bewohner zu warnen. Gondolins König entscheidet sich jedoch dafür, die Warnung zu missachten. Als Morgoth durch Verrat schließlich die Lage der Stadt erfährt, nimmt der Fall von Gondolin seinen Lauf. „Der Fall von Gondolin“ ist keine neue Geschichte. Neu dagegen sind die Hintergründe zur Erzählung selbst, die für interessante und neue Erkenntnisse sorgen.

 

Oktober

Leigh Bardugo – Die Sprache der Dornen
img_0507In „Die Sprache der Dornen“ sind sechs Geschichten aus der Welt der Grisha versammelt. Aus Semeni, Rawka, Kerch und Fjerda. Düstere Geschichten über Enttäuschungen und Heimtücke, aber auch fröhlichere über Freundschaften und Vertrauen kommen hier zusammen. Hoffnung, Liebe, Sehnsucht, Magie und Freundschaft funktionieren als zentrale Motive. Dabei sind die Protagonisten mal Menschen, mal Tiere und mal fantastische Wesen. Wer die Buchreihen aus der Welt der Grisha bereits kennt, der wird feststellen, dass durch die Märchen die, von Leigh Bardugo erschaffene, Welt ein Stück Kulturgeschichte erhält. Unabhängig gelesen, sind die sechs Geschichten sechs wunderschön erzählte Kunstmärchen.

Christian Berkel – Der Apfelbaum
img_0555Manchmal muss man erst ein wenig Abstand gewinnen, bevor man sich einer Sache nähern kann. So ist es auch Autor Christian Berkel gegangen. Der Schauspieler, der vielen als „Der Kriminalist“ bekannt sein dürfte, hat sich auf Spurensuche zu seinen Wurzeln begeben. Dadurch, dass er die Geschichte seiner Familie fiktionalisiert, gewinnt er die nötige Distanz, um sich den Ereignissen zu nähern und sie aufzuschreiben. Infolgedessen ist die Geschichte weniger eine Familienchronik als ein Roman über eine Familie und über eine große Liebe. Der Roman beginnt 1915, als Hauptcharakter Otto geboren wird. 1932 lernt er seine große Liebe Sala kennen. Sechs Jahre später zwingt Salas familiärer Hintergrund sie zur Flucht, als der Krieg beginnt, wird Otto von der Wehrmacht eingezogen. Ab da beginnt eine Odyssee, die die beiden erst Jahre später wieder zusammenführt.

 

November

Maggie Stiefvater – Wie Eulen in der Nacht
img_0674Eulen sind weise. Deshalb wissen sie auch immer ganz genau, wann in Bicho Raro wieder ein Wunder bevorsteht. Dabei muss jeder der Pilger, der dorthin kommt, zwei Wunder erleben. Eines, dass sein Problem sichtbar macht und eines, dass erst eintritt, wenn er sich mit diesem Problem auseinandergesetzt hat. Die Mitglieder der dort lebenden Familie Soria dürfen sich nicht in die Wunder einmischen, weshalb sie den Kontakt zu den Pilgern größtenteils meiden. Als Pete Wyatt nicht als Pilger in die Stadt kommt und auch kein Wunder erleben will, beginnen sich die Dinge zu ändern. „Wie Eulen in der Nacht“ ist eine unglaublich vielschichtige Erzählung, die zum Nachdenken anregt und sich nicht so schnell weglesen lässt. Gerade das zeichnet die Geschichte aber besonders aus. Das Buch ist übrigens auch ein Buchmessemitbringsel aus Frankfurt.

 

Dezember

Michelle Obama – Becoming
IMG_1623Ich habe „Becoming“ von Michelle Obama zu Weihnachten bekommen und es bereits am 26. Dezember abends ausgelesen gehabt. Ganz davon abgesehen, dass ich die ehemalige First Lady sehr sympathisch finde, ist das Buch auch warmherzig aber gleichzeitig deutlich und eindringlich erzählt.
In der Euclid Road in der South Side von Chicago wächst in den 1960er und 1970er Jahren ein Mädchen auf, das einmal First Lady der Vereinigten Staaten von Amerika werden soll. Michelle Obama. Bereits vor ihrer Zeit als First Lady hat sie sich für Menschen und Menschlichkeit engagiert. Vor allem diejenigen, denen ein Scheitern am ehesten zugetraut wird, liegen ihr am Herzen. Denn niemand muss Scheitern.

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