Eulen, Wunder, Angst und Hoffnung

„Wie Eulen in der Nacht“ ist gewissermaßen ein Buchmessemitbringsel und hat den Buchmesseblues doch deutlich erträglicher gemacht. (Wie es auf der Buchmesse war, könnt ihr übrigens hier nachlesen.) Hätte ich das Buch nicht vom Knaur Verlag bekommen, hätte ich es mir wahrscheinlich selbst gekauft. Schließlich ist eine Eule vorne drauf (eigentlich bin ich keine Coverkäuferin) und Maggie Stiefvater die Autorin. Und, wie ich festgestellt habe, lohnt sich die Geschichte, ganz abgesehen vom Cover, wirklich.


Maggie Stiefvater – Wie Eulen in der Nacht
Eulen sind weise. Deshalb wissen sie auch immer ganz genau, wann in Bicho Raro wieder ein Wunder bevorsteht. Dabei muss jeder der Pilger, der dorthin kommt, zwei Wunder erleben. Eines, dass sein Problem sichtbar macht und eines, dass erst eintritt, wenn er sich mit diesem Problem auseinandergesetzt hat. Die Mitglieder der dort lebenden Familie Soria dürfen sich nicht in die Wunder einmischen, weshalb sie den Kontakt zu den Pilgern größtenteils meiden. Als Pete Wyatt nicht als Pilger in die Stadt kommt und auch kein Wunder erleben will, beginnen sich die Dinge zu ändern.

Maggie Stiefvaters „Wie Eulen in der Nacht“ ist mehr als nur eine Fantasygeschichte. In der 1962 in Colorado angesiedelten Handlung geht es um zwischenmenschlichen Umgang und die Auseinandersetzung mit eigenem Fehlverhalten sowie den inneren Dämonen. Im Roman wird das als Dunkelheit bezeichnet und die kann sehr erdrückend werden. Die Dunkelheit ist es auch, die das Verhalten der Bewohner von Bicho Raro maßgeblich beeinflusst. Bicho Raro hat zwei Arten von Bewohnern, die Pilger und die Familie Soria, deren Familiengeschichte ebenfalls Einfluss auf die Ereignisse hat.

Am Ende des Romans stehen verschiedene Erkenntnisse. Erstens, dass man mitunter Hilfe braucht, um bestimmte Dinge an sich selbst zu erkennen und zu ändern, Zweitens, dass es hilfreich sein kann miteinander zu sprechen oder manches laut auszusprechen. Drittens, dass es wichtig ist, ab und zu seine Angst zu überwinden, da Angst jede Hoffnung ersticken kann. „Wie Eulen in der Nacht“ umfasst zwar nur knapp 300 Seiten ist aber keine Geschichte, die sich schnell weglesen lässt. Dazu ist die Handlung zu vielschichtig und die Probleme der Pilger bieten viel zu viel Anlass zum Nachdenken, als dass man diese als gegeben hinnehmen könnte. Gerade diese Aspekte lassen die Geschichte jedoch tiefgründiger werden und machen ihren Reiz schließlich aus.

Maggie Stiefvater: Wie Eulen in der Nacht (Übersetzung von Katharina Volk), 2018, 304 Seiten, Knaur Verlag
ISBN 978-3-426-52282-0
14,99 Euro

Das Buch wurde mir vom Knaur Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

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